„Digitale Souveränität – Daten und IT unter Kontrolle?“, lautete das Thema. Fachliche Debatten über Handlungsoptionen und die zentrale Bedeutung der IT für die Zukunftsfähigkeit.
Es war nicht das erste Mal, dass ein IT-Forum im Zeichen von internationalen Krisen satt fand und der Blick gleichzeitig in Richtung Zukunft gerichtet war. Daran erinnerte der Vorsitzende des IT-Clusters, Hans Ulrich Gruber in seiner Begrüßung. „Ich weiß noch gut, wie wir uns kurz vor Corona trafen und alle dachten, es wird bestimmt nicht so schlimm“, sagte er in seiner Begrüßung und betonte die Bedeutung des diesjährigen Themas. „Wir müssen uns erst einmal vor Augen führen, wie resilient wir wirklich sind bei den Themen IT und Energie“.
Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Lehmann eröffnete das 14. IT-Forum.
Wichtige Anwendungen müssen in Deutschland und Europa entstehen
Um Resilienz von Unternehmen mit Blick auf verschiedene Krisenszenarien und die nötige Reduktion von Abhängigkeiten ging es auch in den Keynotes an diesem Tag. Die Parlamentarische Staatsekretärin Dr. Silke Launert sprach über die Hightech-Agenda der Bundesrepublik und über die dringende Notwendigkeit, wichtige Anwendungen für Software und KI in Deutschland und Europa zu entwickeln. „Wir haben heutzutage einen Großteil unseres digitalen Lebens in die Hände von Tech-Konzernen gegeben“, mahnte sie.
Versteckte Monopole aufdecken
Versteckte Monopole zeigte die renommierte Wissenschaftsjournalistin Eva Wolfangel in ihrem Vortrag auf: „Die unsichtbaren Monopole hinter KI und Cloud – warum wir digitale Souveränität neu denken müssen“. Sie gehört zu den wenigen Journalisten, die einen Blick hinter die Kulissen von TSMC, dem weltweit größten und im Bereich der KI nahezu einzigen Halbleiter Produzenten, werfen durfte. Wie es in Taiwan gelang über viele Jahre den Standort aus dem nichts aufzubauen und wie viel Vision, Willen und Risiko dafür nötig war, darüber berichtete sie.
Auch in Deutschland gebe es versteckte Monopolisten und sehr gute Forschende, welche die Möglichkeit haben den Anschluss zu halten. Dafür aber sei es nötig, eigene Wege zu gehen und nicht den heutigen Marktführern hinterher zu laufen, sagte sie und appellierte an den Mut und Verstand. Denn der aktuelle KI-Hype wird durch enorme Subventionen künstlich am Leben gehalten und die Blase könnte bald platzen.
Vier spannende Themenforen
Nach den zwei spannenden und zur Reflexion anregenden Keynotes, teilten sich die Teilnehmenden in verschiedene Themenforen auf. Sie standen unter den Überschriften: Open Source als Fundament der digitalen Souveränität, Souveräne Cloud-Lösungen, KI und Robotik sowie Datenstrategien für Unternehmen und wurden von erfahrenen Referenten praxisorientiert und lebendig gestaltet.
„Es ist wichtig, das Thema digitale Souveränität im Blick zu haben, besonders in der jetzigen Weltlage“, sagte Hans Ulrich Gruber. „Das beginnt bei jedem einzelnen Unternehmen und dabei, sich bewusst zu machen, wo es digitale Abhängigkeiten gibt und sich einen Plan B zu überlegen.“ Durch die Vielzahl an Aufgaben im Tagesgeschäft komme diese strategische Aufgabe häufig zu kurz.
Fundierter Austausch und Networking beim IT-Forum in Hof.
Herzlicher Dank an die Organisatoren
Für die optimale Organisation und den spannenden Austausch bedankte sich Gruber als Vorsitzender des IT-Clusters bei allen Beteiligten. An erster Stelle bei dem Organisator Prof. Dr. René Peinl und seinem Team. Außerdem bei der Hochschule Hof unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Lehmann und bei allen Sponsoren und den vielen Helfenden und Unterstützern, die zum Gelingen des 14. IT-Forums beigetragen haben.


